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Stiftung Polytechnische Gesellschaft hat neues Domizil bezogen
um Jahreswechsel 2009/2010 hat die Stiftung Polytechnische Gesellschaft ein fünfgeschossiges Wohn- und Bürogebäude in der Untermainanlage 5 in Frankfurt erworben – zu marktgerechten Konditionen, wie Johann-Peter Krommer, Vorstandsmitglied der Stiftung Polytechnische Gesellschaft, sagt, ohne den exakten Kaufpreis zu nennen. Das zentral, direkt neben dem Frankfurter Schauspiel gelegene Gebäude konnten die „Polytechniker“ nach Renovierungsarbeiten am 21. Februar 2011 gemeinsam mit der Polytechnischen Gesellschaft e.V. und dem Kuratorium Kulturelles Frankfurt e.V. beziehen. Mit dem Bezug des neuen Hauses ist die Stiftung nun in der Mitte der Stadt angekommen.

Foto: Stiftung Polytechnische Gesellschaft
Nach dem Kauf wurden unter der Leitung des Architekturbüros Rosen aus Frankfurt umfangreiche Renovierungs- und Sanierungsarbeiten an und im Gebäude durchgeführt. Alle Umbauten geschahen mit Rücksicht und Achtsamkeit auf die Belange des Denkmalschutzes und das öffentliche Interesse. Die Außenanlagen des Gebäudes wurden neu gestaltet, das Logo der Stiftung, ein stilisierter Bienenkorb in blau-gelb, ziert den Eingang des Hauses.
Die Fassade des „Polytechniker-Hauses“ ist im eleganten sandfarbenen Ton gehalten. Innen wurde der ursprüngliche Charakter weitestgehend wieder hergestellt. Die Stiftung, die Polytechnische Gesellschaft und das Kuratorium Kulturelles Frankfurt verfügen nun im neuen „Polytechniker-Haus“ über rund 1.000 Quadratmeter moderne Bürofläche.
„Die Stiftung wollte ein Haus, das den modernen Ansprüchen an ein Büro so weit wie möglich genügt und zugleich unter Betonung der historischen architektonischen Besonderheiten allen Nutzern eine Anlaufstätte und eine temporäre Heimat bietet. Die Stiftung ist somit auch bei der Renovierung des Gebäudes ihrem Auftrag, das kulturelle Erbe der Stadt zu pflegen, nachgekommen“, betont Krommer.
Die wechselhafte Geschichte des bürgerlichen Wohnhauses
Das 1875 errichtete Gebäude greift auf den Formvorrat des späten Klassizismus zurück und zeigt als Eckgrundstück eine symmetrische Bauform. Ovale und Balkone betonen die Ecklage. Das Erdgeschoss ist durch vorstehende Steinquader zwischen den Fenstern und in den Säulen als tragendes Geschoss betont. Hier ruhen auch die Säulen auf, die das zweite und dritte Geschoss optisch zusammenfassen. Das dritte Geschoss bildet zusammen mit dem gaubengeschmückten, etwas niedrigeren Dachgeschoss eine Einheit.
Die bauliche Entwicklung des „Polytechniker-Hauses“ ist seit der Errichtung im Jahre 1875 dokumentiert: Direkt am Main lag das 1810 errichtete Untermaintor, nach dem die Straße im Jahre 1846 in Untermainanlage benannt wurde. Durch den Abbruch der Wallanlagen und durch die Verfüllung des die Stadt umgebenden Grabens ab etwa 1800 entstanden unmittelbar vor den Toren der Stadt Garten- und Grünanlagen. Ein Teil der Grünanlage ist vor dem Haus der Untermainanlage 5 sichtbar: ein in jüngerer Zeit neu angelegter Park, der sich von der Gutleutstraße bis zum Main zieht und im Norden von einem schönen Brunnen abgeschlossen wird.
Seit dem Jahre 1810 wuchs die Bevölkerung Frankfurts von rund 40.000 auf 103.000 im Jahre 1875, dem Jahr, in dem das Haus Untermainanlage 5 errichtet wurde. Das Grundstück entstand im Jahre 1873 durch Teilung unter anderem des Gartens der Familie Grunelius. Die Familie Grunelius veräußerte ihr Grundstück an die Süddeutsche Immobiliengesellschaft. Das heutige Grundstück ist Teil des seit 1870 entstehenden repräsentativen Wohnviertels, das später den Zentralbahnhof umgeben sollte.
Der Architekt und Bauunternehmer Wilhelm Benkard kaufte das Grundstück am 1. Juli 1874 und errichtete das Haus bis 1875. Benkard verkaufte das Gebäude an den Maler Peter Burnitz, den Vetter des Architekten Heinrich Burnitz. Im Haus wohnten seither interessante Persönlichkeiten. Im Jahre 1878 zog der Sakralmaler Eduard von Steinle, seit 1850 Professor am Städelschen Kunstinstitut, ein. Insgesamt wohnten und arbeiteten immer mehrere Parteien im Haus: Musiker, Rechtsanwälte, Notare und Handelsgesellschaften. (23/03/11; Quelle: Stiftung Polytechnische Gesellschaft )



