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Viadrina seit zwei Jahren Stiftungsuniversität

Die Europa-Universität Viadrina Frankfurt (Oder) gehört nach Einschätzung von Brandenburgs Wissenschaftsministerin Martina Münch (SPD) zu den am stärksten international ausgerichteten und internationalisierten Universitäten Deutschlands. Die Viadrina möchte auf diesem Gebiet weiter Vorreiter in der Bundesrepublik sein, sagte die Ministerin. Dabei werde das Stiftungsmodell helfen, denn es sichere mehr inhaltliche und finanzielle Unabhängigkeit. Als erste Universität in Ostdeutschland war die Viadrina am 1. März 2008 in eine Stiftungsuniversität umgewandelt worden.

Seitdem sei ein deutlicher Schritt in Richtung zu mehr Eigenverantwortung und Autonomie gegangen worden, sagte Janine Nuyken, Vizepräsidentin der Universität. “Besonders freuen wir uns über die mehr als 150 Stifterinnen und Stifter gerade auch aus der Region Ostbrandenburg, die sich seitdem für die Weiterentwicklung der Universität mit Zustiftungen von mittlerweile 330 000 Euro engagiert haben.”

Die Ministerin sagte weiter, die Viadrina werde auch in Zukunft eine ganz wichtige Brücke zwischen Ost und West sein. “Sie ist in Europa verankert und richtet sich besonders auf Mittel- und Osteuropa aus, mit dem Schwerpunkt Polen”, betonte sie. Das werde die Entwicklung der Universität weiterhin prägen. Ob die Stiftungsuniversität auch für andere Hochschulen ein Modell sei, hänge ganz wesentlich davon ab, ob potenzielle Spender und Zustifter in Sicht seien. Auch sollten neben dem Modell Viadrina Erfahrungen aus Niedersachsen und Hessen ausgewertet werden, wo es auch Stiftungsuniversitäten gebe.

Nuyken betonte, dank der Förderung durch die Stifter könne die Viadrina ihre in Europa einmalige internationale und interdisziplinären Ansätze in Forschung und Lehre auch weiterhin innovativ und kreativ weiterentwickeln. An der Viadrina sind derzeit nach eigenen Angaben rund 6300 Studenten aus etwa 80 Ländern immatrikuliert. Die Hochschule war 1991 als Brückenuniversität zwischen West- und Osteuropa gegründet worden. An den drei Fakultäten Rechts-, Wirtschafts- und Kulturwissenschaften gibt es aktuell 62 Professuren. Als Stiftungsuniversität kann die Einrichtung private Mittel einwerben und autonomer agieren. Vom Land wird sie weiterhin finanziell unterstützt. (01/03/10; Quelle: Der Tagesspiegel, rbb, Moz)
Lesen Sie auch das Interview mit der ehemaligen Präsidentin der Viadrina, Gesine Schwan (erschienen in Stiftung&Sponsoring 6/2007

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