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Wissenschaftsrat gibt Empfehlung für Klassik Stiftung
Der Wissenschaftsrat und sein neuer Vorsitzender Wolfgang Marquardt wollen sich für eine stärkere Vernetzung und für eine größere Dienstleistungsorientierung der nationalen Kulturinstitute einsetzen. So könnten sich Einrichtungen wie die Stiftung Weimarer Klassik künftig besser profilieren. Immer wieder wurde in den vergangenen Jahren darüber diskutiert, wie sich nationale Kultureinrichtungen, wie zum Beispiel die Klassikstifung in Weimar oder das Literaturarchiv in Marbach, künftig noch besser in den Wissenschaftsbetrieb einbringen können.
Rückläufige Besucherzahlen sind ein Indiz dafür, dass es weiteren Optimierungsbedarf bei den einzelnen Einrichtungen gibt.
Wie der neue Vorsitzende des Wissenschaftsrats, Wolfgang Marquardt, anlässlich der Vollversammlung des Rates in Jena sagte, werde man die einzelnen Einrichtungen sehr genau evaluieren und daraus Empfehlungen für die Bundesregierung ableiten. Bei der Stiftung in Weimar, deren Arbeit bereits 2004 und 2005 bewertet worden war, gehe es zum Beispiel darum, ihre Leistungsfähigkeit in den unterschiedlichsten, sehr komplexen Bereichen weiterzuentwickeln:
Damit meine er nicht nur die Ausstellungsdinge, sondern es gehe um Dienstleistung auch in Richtung Forschung, als Infrastruktur im Sinne einer umfassenden Sammlung, aber durchaus auch als Infrastruktur, die im Wissenschaftsrat soziale Infrastruktur genannt würden, um Tagungen ausrichten zu können und Treffpunkt von Wissenschaftlern sein zu können, die in der Nähe der Sammlung sich dann auch austauschen und ihre eigenen Arbeiten weiterbringen könnenten, so Marquardt im Deutschlandradio Kultur.
Die Aufgaben der einzelnen Einrichtungen seien ein “weites Feld”, so dass nicht in allen Bereichen die “Höchstpunkzahl” erreicht werden könne. Ziel des Wissenschaftsrats müsse es aber sein, die Arbeit der Einrichtungen zu begleiten und “guten Rat” zu ihrer Weiterentwicklung zu geben. Dabei gehe es zum Beispiel auch um die Frage, ob die Ausstattung der Einrichtungen noch angemessen ist, um die wissenschaftlichen Ziele zu erreichen, oder ob die Voraussetzungen für eine Vernetzung mit dem wissenschaftlichen Umfeld gegeben seien.
Zu Personalentscheidungen werde sich der Wissenschaftsrat nicht äußern. Dies gelte auch für Hellmut Seemann, den seit 2001 amtierenden Präsidenten der Klassikstiftung Weimar, der wegen Verzögerungen beim Bau des Bauhaus-Museums zuletzt in die Kritik geraten war, dann aber doch noch einmal in seinem Amt bestätigt wurde. Allerdings, so Marquardt, werde man die Arbeit der Stiftung sehr genau beobachten:
“Der Wissenschaftsrat wird seine Empfehlungen auf die Weiterentwicklung, die nötig ist in verschiedenen Bereichen, fokussieren, und eben auch nachverfolgen zu gegebenem Zeitpunkt, wie weit die Dinge vorangebracht worden sind.”
Was das Literaturarchiv in Marbach betreffe, sei der Auftrag zwar anders gelagert als bei der Klassikstiftung, aber man könne sich sehr gut vorstellen, dass man hier Parallelen aufnimmt in diesen Empfehlungen und auch anregt, dass es da Zusammenarbeit geben könnte, um diesen Auftrag einfach in seiner Gänze auch besser wahrnehmen zu können.” (25/05/11; Quellen: Der Tagesspiegel / Deutschlandradio Kultur)



