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Augsburger Waisenhausstiftung gerät unter Druck

Der Druck auf den Augsburger Bischof Walter Mixa nimmt zu. Neben den Vorwürfen eines weiteren ehemaligen Heimkindes, der damalige Stadtpfarrer von Schrobenhausen habe es misshandelt, gibt es neue Anschuldigungen: Mixa soll nach Informationen unserer Zeitung Gelder des Kinderheimträgers Katholische Waisenhausstiftung Schrobenhausen wiederholt „nicht zweckmäßig“ verwendet haben.

Laut einer Meldung der Augsburger Allgemienen Zeitung ist die Rede „von mehreren Dutzend Fällen“. Der Schaden, der dem Kinder- und Jugendhilfezentrum St. Josef, dessen Träger und Kuratorium entstanden sein könnte, könnte sich nach ersten Schätzungen aus gut informierten Kreisen auf eine „hohe D-Mark-Summe“ belaufen.

Das Bistum dementierte gestern die Vorwürfe: „Von Hinweisen auf finanzielle Ungereimtheiten bei der Waisenhausstiftung in Schrobenhausen, auf die ein Beauftragter der Stiftung heute hingewiesen hat, höre ich persönlich zum ersten Mal“, sagte Dirk Hermann Voß, MedienKoordinator der Diözese.

Die Stiftung sei eine öffentliche Stiftung des Bürgerlichen Rechts, die unter der staatlichen Rechtsaufsicht der Regierung von Oberbayern stehe, welche auch Haushalt und Rechnungsprüfung umfasse. „Es wird näher zu prüfen sein, um welche Fragestellungen es sich konkret handelt. Einen Zusammenhang mit der aktuellen Diskussion um körperliche Züchtigungen im Kinderheim St. Josef kann ich angesichts der Sachlage nicht erkennen.“

Als Stadtpfarrer und Kuratoriumsvorsitzender (1975 bis 1996) soll Mixa Antiquitäten im Wert von 70.000 Mark „nicht satzungsgemäß“ angeschafft haben, darunter einen Bücherschrank, einen Sekretär und einen Kupferstich im Wert von 43.000 Mark. Manche der Gegenstände hätten ihren Platz im Pfarrhaus gehabt.

Dies bestätigten mehrere Informanten unserer Zeitung. Die Antiquitäten sind ihnen zufolge in Schrobenhausen geblieben, als Mixa schon Bischof von Eichstätt war. Später habe man sie ihm gebracht und ihn aufgefordert, die 70.000 Mark an die Stiftung zurückzuzahlen. Das sei auch geschehen.

Mehrere Informanten bestätigten, dass sich viele von Mixas Anschaffungen belegen lassen. Nach Recherchen unserer Zeitung existiert eine Akte, in der jahrelang Originalbelege wie Kaufverträge gesammelt worden sind. Diese sollen teilweise Mixas Unterschrift tragen. In die Akte hat offensichtlich Sonderermittler Sebastian Knott Einblick, der im Auftrag des Kuratoriums sämtlichen Vorwürfen gegen Mixa und dem bis 1990 von Mallersdorfer Schwestern geführten Kinderheim nachgeht.

In einer Presseerklärung schreibt der Ingolstädter Rechtsanwalt: „Was finanzielle Unregelmäßigkeiten hinsichtlich satzungsgemäßer Verwendung von Finanzmitteln in den 80er und 90er Jahren anbelangt, so kann dies zu diesem Zeitpunkt mit hoher Wahrscheinlichkeit bestätigt werden.“ Unklar ist noch, inwieweit die Mitglieder des Kuratoriums die Anschaffungen gebilligt haben. (10/04/10; Quellen; Tagestheamen, Der Tagesspiegel)

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