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Chef von Berliner Frauennothilfe-Verein verhaftet
Der Vorsitzende des Berliner Frauenhilfevereins "Hatun & Can" sitzt wegen Betrugsverdachts in Untersuchungshaft. Dabei geht es unter anderem um die Verwendung von Spendengeldern aus der RTL-Show "Wer wird Millionär?" mit Günther Jauch. Die "Emma"-Gründerin Alice Schwarzer hatte in der Sendung zugunsten des Vereins eine halbe Mio. € erspielt. Sie erstattete Anzeige. Laut Staatsanwaltschaft hat der Geschäftsführer die Spenden unter anderem für den Erwerb eines 60.000 € teuren Autos verwendet.
Auf Nachfrage zur Verwendung der Spende hatte Alice Schwarzer laut eigener Aussage statt klarer Antworten immer nur sehr knappe und vage Auskünfte erhallten. Über ein Treffen mit verantwortlichen Mitgliedern des Vereins, das Alice Schwarzer im November mit der türkischstämmigen Sozialwissenschaftlerin Necla Kelek besuchte, sagte sie der Berliner Morgenpost, es habe keine Bereitschaft gegeben, “auch nur ein einziges Wort über die beabsichtigte Verwendung des Geldes zu sagen.” Dem Vorschlag, die Geldsumme zu teilen und 250.000 € für andere Hilfsorganisationen zu verwenden, wurde zwar zugestimmt – wenig später habe der Vereinsvorsitzende davon aber nichts mehr wissen wollen.
Mitte Dezember erstatteten Schwarzer, Kelek und die RTL-Stiftung Strafanzeige. Seitdem liefen gegen den “Hatun & Can e. V.” Ermittlungen. In der Folge wurde das Vereinsvermögen beschlagnahmt; ebenso ein 63.000 € teurer BMW-Geländewagen, der von Spendengeldern gekauft wurde.
Wegen der erhobenen Anschuldigungen gegen den Verein war Alice Schwarzer harsch kritisiert worden. Der den Verein vertretende Anwalt hatte, wie auch Udo D., im Februar öffentlich alle Anschuldigungen als juristisch haltlos und unbegründet zurückgewiesen. Jeder ausgegebene Cent sei nachweisbar und von einer Steuerberatungsgesellschaft geprüft, hieß es. Die Ergebnisse der noch andauernden Ermittlungen erwecken da mehr als Zweifel. Die Höhe des Betrugsschadens beziffert die Staatsanwaltschaft mit rund 114.000 €. Allein 62.000 € beträfen Spenden, die der Vereinsvorsitzende “im Jahr 2009 durch unzutreffende, werbewirksame Behauptungen” für die gemeinnützige Einrichtung eingeworben habe. Ein für private Zwecke genutzter Wagen der Oberklasse, ein Kurztrip in ein Madrider Fünf-Sterne-Hotel mit der Lebensgefährtin sowie die Renovierung der Wohnung dieser Frau – alles aus Vereinsmitteln bestritten – stellen einen massiven Spendenskandal dar. (01/04/10; Quellen: Inforadio; RBB Aktuell)



