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Shell zahlt Schadensersatz in Nigeria

14 Jahre nach Hinrichtung von Umweltaktivist Saro-Wiwa lenkt Shell ein: In dem langjährigen Rechtsstreit um den Tod von Umweltaktivisten in Nigeria hat sich der Mineralölkonzern entschieden, Schadensersatz zu zahlen.

Foto: Rowohlt Verlag

In einem aufsehenerregenden Präzedenzfall erklärte sich der Mineralölkonzern bereit, den Familien von neun Ende 1995 in Nigeria hingerichteten Aktivisten insgesamt 15,5 Mio. US-$ zu bezahlen. Zu dem außergerichtlichen Vergleich kam es wenige Tage vor Beginn eines Verfahrens in New York, in dem die Hinterbliebenen eine wenn auch indirekte Beteiligung von Shell an der Exekution der Mitglieder der “Bewegung für das Überleben des Ogoni-Volkes” (Mosop) nachweisen wollten. Offensichtlich wollte Shell knapp 14 Jahre nach dem Ereignis einen klaren Schnitt machen, um weiteren Imageschaden zu vermeiden. Zugleich wirkt das Signal ermutigend auf Umweltaktivisten, in weiteren Streitfällen mit Unternehmen den Rechtsweg zu verfolgen.

Noch im vergangenen Jahr hatten Geschworene den US-Konzern Chevron vom Vorwurf freigesprochen, für die Erschießung nigerianischer Demonstranten mitverantwortlich zu sein. Vor fünf Jahren einigte sich die kalifornische Ölfirma Unocal außergerichtlich mit Klägern, die ihr die Beschäftigung von Sklavenarbeitern in Myanmar vorwarfen. Die Höhe der Entschädigung wurde damals nicht bekannt.

Dass Shell jetzt zustimmte, die Summe zu nennen, ist ungewöhnlich. Malcolm Brinded von der Konzernleitung unterstrich, die Zahlung sei kein Eingeständnis von Schuld. Vielmehr sei sie Teil eines “Versöhnungsprozesses” zwischen dem Unternehmen und der Bevölkerung im Nigerdelta. “Mit dieser Geste erkennen wir an, dass die Kläger und andere gelitten haben, auch wenn Shell an der Gewalt nicht beteiligt war.”

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